Wellness oder Diät?
Gerade fiel mir auf, dass heute der Internationale Anti-Diät-Tag ist. Bisher wusste ich gar nicht, dass es den gibt - aber ich freue mich darüber. Denn ich mag diese magersüchtigen Hungerhaken, die weltweit über die Laufstege staksen, nicht mehr sehen. Und andererseits erschreckt es mich, dass es unter den heutigen Kindern und Jugendlichen nur noch zwei “Arten” gibt: Die schlanken Sportlichen - und die richtig Dicken. Wo bleibt das gesunde Mittelmaß?!
Heute beim Einkaufen im Discounter bin ich an den Aktions-Tischen tatsächlich über Diät-Pulver gestolpert. Und habe den Kopf geschüttelt. Das Traurige ist: Wenn ein Discounter so etwas ins Aktions-Programm aufnimmt, ist der Bedarf groß. Und das sollte uns wirklich zu denken geben. Da draußen ist ein großer Wirtschaftszweig rund um Diät-Produkte gewachsen, und der verdient sich eine goldene Nase an allen Mitmenschen, die verzweifelt versuchen, sich dem heutigen Superschlank-Schönheitsideal anzunähern. Manche lassen sich sogar Bandwürmer einsetzen oder Schlangengift injizieren! Brrr …
Zugegeben, auch ich gehöre zu den sogenannten guten Futter-Verwertern: Bei mir bauen sich, hübsch verteilt, rundum kleine und größere Pölsterchen auf, wenn ich es mal eine Zeitlang übertreibe. Und ich nähere mich gerade ungewollt der Fettsucht-Grenze. Trotzdem habe ich das Diät-Pulver stehen lassen.
Figurprobleme haben mit 3 Faktoren zu tun: Ernährungsgewohnheiten, sportlichen Aktivitäten und Veranlagung (= Erbgut). Wenn ich mich in meiner weiblichen Verwandtschaft umschaue, weiß ich genau, dass ich nie gertenschlank sein werde, schon gar nicht im Alter. So ist das bei uns halt. Ich glaube eher an mein persönliches Wohlfühl-Gewicht - und da bin ich gerade drübergeschrappt. Also habe ich Anfang dieser Woche die Ess-Bremse angezogen. Wohlgemerkt: Bremse, nicht Diät!
Mein Abnehm-Programm ist recht einfach: Ich esse, bis ich satt bin, und nicht mehr. Zucker- und Fett-reiche Kost wird drastisch eingeschränkt, und auf das Gläschen Wein am Abend weitgehend verzichtet. Dafür gehe ich jetzt jeden Abend spazieren - in zügigem Tempo, so ein halbes Stündchen. Ich höre auf meinen Körper - wenn er Appetit auf etwas hat, bekommt er es auch, und wenn er satt ist, höre ich auf, zu essen. Bewusster Genuss statt Zwang und Verzicht. Obst und Gemüse ist bei mir sowieso jeden Tag auf dem Tisch - zur Zeit weitgehend in Form einer großen Schüssel buntem Salat mit frischen Frühlingskräutern (die sammle ich in Garten und Natur - allein schon das Aussuchen und Pflücken ist Genuss) sowie verschiedenen naturreinen Säften. Dazu trinke ich jeden Tag einen Liter (gerösteten) Mate-Tee, ein Tipp meiner Mutter - der entschlackt und zügelt den Appetit. Und siehe da: Die Jeans kneifen schon deutlich weniger, und die Nasch-Gelüste nehmen ab. Ganz ohne Pillen und Pülverchen, mit ein bisschen Disziplin und Vernunft. Und wenn die Jeans wieder richtig passen, gönne ich mir ein dickes fettes Stück Sahne-Torte! :o)
Mein Anstoß fürs Abnehmen ohne Diät war die kneifende Jeans und der Schreck auf der Waage. Wenn Sie einen Anstoß brauchen oder nicht recht wissen, wie Sie das mit dem Abnehmen anfangen sollen: Tun Sie es nicht allein - holen Sie sich Unterstützung! Und wenn Sie gerade keine Ernährungsberaterin in Ihrem Freundes- oder Familienkreis haben, versuchen Sie es doch einmal hier.
Abnehmen kann Genuss sein. Wellness eben. Auf jeden Fall Anti-Diät.

Der einfache Trick beim Abnehmen: Es muss mehr rausgehen an Kalorien, als rein kommen. Um dies umzusetzen gibt es viele Wege.